WBH

Wieder nichts passiert?

Der nächste Starkregen kommt bestimmt:
Karte des WBH mit den Fließrichtungen in Hagen hilft vorbeugen


Ausnahmsweise ist es mal positiv, wenn nichts passiert ist: Vor einem Jahr hat der WBH die Hagener Karte der Abflusspotenziale vorgestellt, auf der jeder Grundstückseigentümer sehen kann, wie stark sein Grundstück bei Starkregen eventuell von abfließendem Niederschlagswasser betroffen sein könnte. Glücklicherweise jedoch gab es keinen Niederschlag, der die Richtigkeit dieser Abflusswege bewiesen hätte. Da dies aber nicht auf Dauer so bleiben wird, greift der WBH das Thema nun erneut auf, um die Bürger und Grundstückseigentümer der Stadt Hagen zu sensibilisieren.

Die Karte der Abflusspotenziale (Download) zeigt die grundsätzlichen Fließwege unabhängig von der Kanalisation auf. „Viele werden denken, dass sich diese Fließwege erst gar nicht ausbilden werden, weil das Niederschlagswasser ja von der Kanalisation aufgenommen und abgeführt wird“, sagt Dipl. Ing. Uwe Sommer, Fachbereichsleiter Planung beim WBH. „Doch was ist mit dem Niederschlagswasser, das von den Hängen auf Baugebiete zufließt, mit dem Wasser, das durch Auslastung der Kanalisation nicht in diese hineinfließen kann oder aus ihr heraustritt? In Bezug auf die Kanalisation lässt sich leicht sagen: Baut sie doch größer!“

Aber wer soll das bezahlen und wer sichert zu, dass es nicht ein noch stärkeres als dieses stärkere Bemessungsereignis geben wird? Aus diesem Grund gibt es Bemessungsvorgaben für die Dimensionierung der Kanalisation. Sommer: „Daraus wiederum resultiert, dass ein Niederschlag ab einer bestimmten Stärke sehr wohl über die Oberfläche abfließen kann und die Verantwortlichkeit des Kanalnetzbetreibers und der Kommune für diese Abflüsse nicht mehr gegeben ist. Und genau hier beginnt dann die Eigenverantwortung des Grundstückseigentümers.“

Während die Karte der Abflusspotenziale den „worst case“ darstellt, erklärt er, werden in den Entwässerungsentwürfen die Niederschlagsintensitäten zu Grunde gelegt, die sich aus den technischen Vorschriften ergeben. „Auch nach Sanierung des Kanalnetzes darf Wasser aus dem Kanalnetz austreten oder nicht in dieses hineingelangen, wie es so schön in der Vorschrift heißt. Es darf nur nicht zu einem Schaden führen.“ Wenn das Wasser etwa im Straßenkörper zwischen den Bordsteinen verbleibt oder eine Freifläche benetzt, ist dies kein Sanierungsgrund für die Kanalisation.

Eigentümer gefährdeter Grundstücke werden informiert

Diese Berechnungen sind technisch anspruchsvoll und benötigen eine hohe Rechnerkapazität. Daher kann die Berechnung des gesamten Hagener Stadtgebietes nur schrittweise erfolgen. „Die Mitarbeiter der Entwässerungsplanung beim WBH werden nach Fertigstellung eines Entwurfsgebietes gefährdete Grundstückseigentümer schriftlich und in besonders stark betroffenen Fällen auch persönlich informieren“, verspricht Sommer. Absichern sollte sich allerdings jeder. Warum, das erklärt der Fachbereichsleiter Planung beim WBH: „Damit Grundstücke genutzt werden können, senkt man häufig die abflussbegrenzenden Bordsteine immer wieder für Gehwegüberfahrten ab. Und das öffnet dem auf der Oberfläche fließenden Wasser sozusagen die Tore zum Grundstück. Besonders dramatisch wird das dann, wenn große Wassermassen in Tiefgaragen fließen können.“ In vielen neuen Baugebieten gibt es keine Gehwege mehr, weswegen sich Bordsteine von 12  Zentimetern Höhe und mehr erübrigen. Allerdings kann so auch keine Rinne mehr entstehen, in der das Wasser geführt wird. Sommer: „Im Regelfall und mit etwas Glück kann das ein ganzes Gebäudeleben lang ausreichen. Hierauf sollte aber niemand vertrauen und die Gebäudeplanung entsprechend ausrichten. Nicht in allen, aber in vielen Fällen lassen sich auch alten- und behindertengerechte Lösungen finden, die gleichzeitig einem ausreichenden Gebäudeschutz dienen.“

Seit einigen Jahren erhält jeder Grundstückseigentümer und damit auch sein Architekt mit der so genannten Entwässerungsmitteilung den Hinweis, dass Öffnungen in Gebäuden mindestens 20 Zentimeter über Geländeoberkante liegen sollten. Diese Information müssen Bauherr und Architekt bei der weiteren Gebäude- und Grundstücksplanung berücksichtigen; ihre Umsetzung wird im weiteren Baugenehmigungsverfahren nicht weiter geprüft.

Wie man sich schützen kann

WBH-Planer Dipl. Ing. Uwe Sommer nennt fünf einfache Möglichkeiten, wie Eigentümer ihr Grundstück vor Sturzfluten sichern können:

1. Gebäudezugänge über Stufe(n) oder Anrampungen
2. Kellertreppen durch Aufkantungen gegen zufließendes Wasser schützen
3. Kellerfenster nicht auf Geländeniveau oder darunter, im Nachhinein  gegebenenfalls durch Aufmauerung schützen
4. Lichtschächte hochziehen
5. Druckwasserdichte Kellerfenster einbauen

Notwendig ist zudem ein Rückstau-Schutz. Denn der Grund für viele Kellerüberflutungen ist ein nicht vorhandener, nicht ausreichender oder mangelhaft gewarteter Rückstauschutz. Die Verantwortung für Planung, Bau und Wartung des Rückstauschutzes liegt hier zu 100 Prozent beim Grundstückseigentümer.

Sommer: „Bei Neuplanungen lassen sich alle diese Maßnahmen natürlich besser und kostengünstiger umsetzen als bei Gebäuden im Bestand, aber generell ist Nachrüsten in den meisten Fällen möglich.“
Neben der baulichen Vorsorge ist abschließend noch die Verhaltensvorsorge zu nennen: Bei entsprechend starken Niederschlagsereignissen sollten Kellerräume und tiefliegende Geländesenken gemieden werden. Hier sind insbesondere Autofahrer zu nennen, die trotz sichtbar gefüllter Geländesenke versuchen, diese zu durchfahren und dann stecken bleiben.

Weitere Informationen:
- Mit dem internetbasierten Fragebogen zum Hochwasserpass (http://hochwasser-pass.com/fragebogen/) des Hochwasser Kompetenz Centrums in Köln kann jeder Grundstückseigentümer eine Selbsteinschätzung durchführen.

- Weitere Informationen zum Schutz vor Sturzfluten und Hochwasser finden sich z.B. in folgenden Broschüren
1. Wie schütze ich mein Haus vor Starkregenfolgen? (http://www.hamburgwasser.de/news/items/wie-schuetze-ich-mein-haus-vor-starkregenfolgen.html)
2. Hochwasserfibel (http://hws.webhornung.de/files/hochwasserfibel-nrw-pdf.pdf)
Stark gegen Starkregen (http://starkgegenstarkregen.de/schutzprojekte-und-vorbeugemassnahmen/)

- Wo die Eigenverantwortung des Grundstückseigentümers beginnt, kann man dem Bild 9 aus dem DWA- und BWK-Leitfaden „Starkregen und Überflutungsschutz“ entnehmen.
 
DWA und BWK: Leitfaden „Starkregen und Überflutungsschutz“

Man sieht, dass
1. die Übergänge in den Zuständigkeiten fließend sind. Deswegen wurde in dem Leitfaden auch darauf verzichtet, konkrete Jährlichkeiten anzugeben.
    Die Rechtsprechung wird hier ggfs. auch noch ihren Beitrag leisten.
2. neben Stadtentwässerung und Grundstückseigentümer noch weitere Player wie Straßen- und Grünplanung und damit auch die Stadtplanung involviert sind.

Bei Starkregen ist auch der Grundstückseigentümer gefordert
Kanalisation kann nicht alles auffangen
WBH veröffentlicht topografische Karte mit den Fließrichtungen für Hagen


Bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen freuen sich viele Menschen schon auf den Sommer. Leider bringt der aber nicht nur Sonne mit sich, sondern auch Gewitter mit Starkregenereignissen, von denen unsere Region in den letzten Jahren vermehrt betroffen war. Zum Glück für die Hagener Bürger war das Ausmaß vor Ort bisher bei weitem nicht so hoch wie in anderen Gegenden.

Nichtsdestotrotz beschäftigen sich die Siedlungswasserwirtschaftler beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) mit solchen Ereignissen, um künftige Schäden abzuwenden. „Die Kanalisation wird nach und nach für entsprechende Niederschläge berechnet, um das Ausmaß starker Niederschlagsereignisse zu ermitteln und daraus die erforderlichen Maßnahmen abzuleiten“, so Dipl. Ing. Uwe Sommer, Fachbereichsleiter Planung beim WBH. „Allerdings liegen die für die Bemessung der Kanalisation maßgeblichen Niederschlagsmengen weit unter denen, die in Dortmund und Münster zu so horrenden Schäden geführt haben. Bei solchen Ereignissen wird eine nicht unerhebliche Wassermenge gar nicht erst in die Kanalisation gelangen beziehungsweise wieder aus ihr austreten und oberirdisch abfließen.“

Überschreitet die Niederschlagshäufigkeit ein bestimmtes Maß, tritt zunehmend die Eigenverantwortung des Grundstückseigentümers in den Vordergrund. So ist gemäß § 31 a Wasserhaushaltsgesetz jeder Grundstückseigentümer verpflichtet, selbst ausreichende Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Infokasten
Topografische Karte der Fließrichtungen in Hagen

  • Die Karte kann auf der Internetseite des WBH unter folgender Adresse eingesehen werden: Karte der Abflusspotenziale (Download)

  • Nur der Oberflächenabfluss, der sich aus der Topografie ergibt, ist dargestellt. Die Leistung der Kanalisation wird nicht berücksichtigt.
    An Brücken, Bachverrohrungen etc. stellt die Karte jeweils nur einen der möglichen Fließwege dar.

  • Die Darstellung beruht auf einer Überfliegung aus dem Jahre 2012. Alle danach vorgenommenen großflächigen Geländemodellierungen, aber auch Hand- und Heimwerkertätigkeiten auf dem Grundstück beeinflussen den Abfluss in entsprechendem Umfang.

  • Die Darstellung ist unabhängig von der Intensität eines Niederschlagsereignisses.

  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat in einer Pressemitteilung die zehn wichtigsten Punkte zur vorsorglichen baulichen Sicherheit gegen Sturzfluten dargestellt:
     http://www.bbk.bund.de/DE/TopThema/TT_2013/Extremhitze_Sturzfluten_01.html

  • Über Stichworte wie „bauliche Vorsorge/Schutz/Hochwasser/Sturzfluten“ lassen sich im Internet leicht weitere mögliche Schutzmaßnahmen ermitteln.


    Auszug aus der Karte der Abflusspotenziale

Überflutungsgefahr von Bauherren und Architekten oft unberücksichtigt

Uwe Sommer: „Jeder weiß grundsätzlich, dass Wasser bergab fließt und in Mulden einstaut. In Bezug auf Niederschlag und die daraus resultierende Gefahr wird aber häufig das Offensichtliche ausgeblendet – sei es beim Bauherrn, der sich in einem tollen Gelände ein Grundstück ausguckt oder beim Architekten, der sich häufig nur auf den gestalterischen Aspekt eines Gebäudes konzentriert.“ Hier sei eine erweiterte Sichtweise zwingend.

In Bebauungsplänen der letzten Jahre und den Entwässerungsmitteilungen des WBH werde auf diesen Aspekt immer mit dem Hinweis verwiesen, dass Gebäudeöffnungen mehr als 20 Zentimeter über dem umliegenden Geländeniveau liegen sollten. „Leider wird dies häufig ignoriert, obwohl sich dies in fast allen Fällen auch bei alters- und behindertengerechter Bauweise  umsetzen lässt“, so Sommer.

Die Berechnungen des Kanalnetzes sind sehr zeitaufwändig, und eine interaktive Berechnung von Kanal- und Oberflächenabfluss für das gesamte Stadtgebiet würde die derzeitigen Rechnerkapazitäten übersteigen. Zudem wäre eine solche Berechnung nur für das jeweilige einzelne Niederschlagsereignis gültig. „Um Grundstücksbesitzern dennoch eine Hilfe an die Hand zu geben, hat der WBH eine Karte der Abflusspotenziale erstellen lassen“, erklärt Fachbereichsleiter Sommer, in dessen Arbeitsgebiet auch Entwässerungsplanung und Kanalzustandskataster fallen. „Unter vereinfachten Annahmen wird hier frei nach der Devise ,Wasser fließt von oben nach unten' der Fließweg des Wassers beschrieben.“

Der WBH empfiehlt allen Grundstückseigentümern, sich auf Grundlage der Karte Gedanken über eine eventuelle Betroffenheit zu machen und die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Akkutechnik ohne Abgase und Lärm beim WBH

Seit Anfang des Herbstes beklagten sich wieder in vielen Kommunen die Einwohner über den schrillen Klang von Zweitakt-Laubbläsern.
In der Stadt Hagen z.B. ist die Lärmbelästigung bereits etwas gesunken, denn dort verwendet man Akkugeräte zur Laubbeseitigung.
Die Fachzeitschrift Flächenmanager hat hierzu einen interessanten Artikel herausgebracht.

Die Laubflüsterer

Text: Joachim Zeitner, Redaktion FM
Bilder: Hersteller

Arzneimittel gehören nicht ins Abwasser

Aktuelle Studien belegen, dass jeder zweite zumindest gelegentlich flüssige Arzneimittel über Spüle oder Toilette entsorgt. Bei festen Arzneimitteln ist das noch jeder fünfte.

Über das Kanalnetz gelangen die falsch entsorgten Arzneimittel zur Kläranlage und von dort weiter in die Gewässer über das Grundwasser möglicherweise bis ins Trinkwasser. Die Kläranlagen schaffen selbst mit einer weitergehenden Reinigungsstufe nur einen Abbau von bis zu 70% der Arzneimittel. Daher kann die korrekte Entsorgung der nicht mehr benötigten Arzneimittel bereits einen wesentlichen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt  und unseres Trinkwassers leisten.

Im Stadtgebiet werden Arzneimittel in der Regel über die graue Tonne (Restmülltonne) entsorgt. Dabei sollte unbedingt beachtet werden, dass Kinder und Unbefugte keinen Zugriff auf die Arzneimittel im Müllbehälter erlangen dürfen! Weiterhin können sie am Umweltmobil des Hagener Entsorgungsbetriebs oder der Sondermüllsammelstelle der Müllverbrennungsanlage Hagen abgegeben werden.

Einige Arzneimittel dürfen allerdings nicht über die graue Tonne entsorgt werden. Hierzu zählen sämtliche Krebsmedikamente (Zytostatika). Auch Virustatika, spezielle Hormonpräparate und andere Arzneimittel können gefährlicher Abfall sein. Bitte beachten Sie hier den Hinweis des Herstellers in der Gebrauchsinformation zur Entsorgung.

Apotheken sind seit 2009 nicht mehr zur Rücknahme von Arzneimitteln verpflichtet, aber auch sie beraten sie bei Entsorgungsfragen.

Hier noch ein paar Tipps zur korrekten Entsorgung:

• Ausgemusterte Altmedikamente sollten in verknoteten Plastiktüten in den Restmüll gegeben und unter anderen Abfallbeuteln versteckt werden.
• Nur geleerte Blister und andere saubere Verpackungen (Primärpackmittel) gehören in den gelben Sack bzw. Glasbehälter in die Altglassammlung etc.
• Glasbehälter bitte nicht ausspülen!
• Pappschachteln und Packungsbeilagen gehören in die Altpapiersammlung (z.B. blaue Tonne)
• Soll die Verpackung dem Recycling zugeführt werden, können Flüssigkeiten auch in (möglichst gebrauchte) saugfähige Papierservietten getropft bzw. Tabletten aus dem Blister in den Müllbeutel gedrückt und dieser unmittelbar danach verschlossen werden. Aber in der Regel sollen Altarzneimittel zusammen mit dem ihnen anhaftenden Verpackungsanteil (Primärpackmittel wie Blister, Glasflasche, Tube, Tütchen etc.) über die graue Tonne entsorgt werden.
• Spritzen ohne Kanülenschutz sollten in handelsüblichen Spritzen- oder Kanülenbehältern, ersatzweise auch in dickwandigen Waschmittelflaschen oder ähnlichem (Gefahrenhinweis aufbringen!) gesammelt werden.

Weitere Hinweise finden Sie auf der Internetseite des Hagener Entsorgungsbetriebs (http://www.heb-hagen.de/rund-um-den-muell/abfallarten/arzneimittel.html). Fragen beantwortet das Kundenbüro unter der Nummer 02331/3544-4444.

"Warnung vor "Kanalhaien"

Unseriöse Rohrsanierer schnappen nach Kundschaft!

Die erste gesetzliche Frist zur Zustands- und Funktionsprüfung, die private Hauseigentümer in Wasserschutzgebieten bis Ende 2015 beachten müssen, ruft auch Kanalhaie auf den Plan. Unseriöse Rohrsanierer bedrängen Hauseigentümer damit, schnell noch fristgerecht eine Zustands- und Funktionsprüfung Ihrer privaten Abwasserleitung zum Schnäppchenpreis durch sie durchführen zu lassen. Machen sich die vermeintlichen Fachfirmen dann mit Gerätschaften und Kamera an der Abwasseranlage des Hauses zu schaffen, überraschen sie die Eigentümer etwa mit der Nachricht, die Leitungen seien marode und dringend sanierungsbedürftig. Hauseigentümer sollten sich nicht überrumpeln lassen! Vor der Auftragserteilung sollten immer mehrere schriftliche Angebote eingeholt und zur Prüfung ausreichend Zeit erbeten werden. Wenn Kanalhaie an der Haustür massiv zur Auftragserteilung drängen oder gar drohen, sollten Betroffene die Polizei über die Notrufnummer 110 rufen.

Siehe auch: https://www.youtube.com/watch?v=0U1M4o1yPFM&feature=youtu.be

Weitere Informationen zur Zustands- und Funktionsprüfung finden Sie unter:

http://wbh-hagen.de/grundstuecksentwaesserung/zustands-und-funktionspruefung.html

WBH baut Kläranlage im tropischen Burkina Faso

Afrikanische Delegation zu Besuch in Hagen

 

 

„Alle haben uns für verrückt erklärt, als wir gesagt haben, wir können schmutziges Brauchwasser wieder sauber machen“, erzählt Joachim Milz. Im Frühjahr hat er gemeinsam mit dem Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) eine Pflanzenkläranlage in Burkina Faso aufgebaut. Jetzt ist der Mitarbeiter der Handwerkskammer Köln, der schon seit vielen Jahren als Experte für Entwicklungsfragen dort unten lebt, mit der afrikanischen Delegation auf Gegenbesuch in Deutschland.
In dem westafrikanischen Staat mit seiner Savannenlandschaft und tropischem Klima ist Wasser immer knapp. Ausgerechnet hier jedoch ist Wasseraufbereitung ein Fremdwort: Was benutzt wurde, wird weggekippt. Die staatliche Gesellschaft ONEA ist für die Wasserver- und -entsorgung Burkina Fasos zuständig, kann sich aber nur auf die großen Städte konzentrieren. Und selbst dort gibt es bislang keine Kläranlage.
Angestoßen durch den Entwicklungsexperten Milz, entwickelte der WBH im vergangenen Jahr das Projekt „Know-how in Wasser- und Abwasserwirtschaft für Handwerker in Burkina Faso, Westafrika“. Mitarbeiter flogen in die Hauptstadt Ougadougou, um die Machbarkeitsstudie für eine Pilotanlage in der 15 Kilometer außerhalb gelegenen Kommune Ouidtenga zu erstellen.
Die ist mittlerweile gebaut und seit Ende Mai in Betrieb. Unter anderem dank der unermüdlichen Frauen vom Verband der Müllsammlerinnen, „Yilemde“, was auf Deutsch „Sauberkeit“ bedeutet: Die rund 50 Frauen sammeln mit Eselskarren die häuslichen Abfälle ein und verwerten sie. Nun holen zwei Teams zu je zwei Frauen, einem Esel und einem Karren zusätzlich das benutzte Wasser aus etwa 100 Haushalten ab und bringen es zur neuen Pflanzenkläranlage. Die Haushalte wurden mit Fässern ausgestattet, in denen sie das Schmutzwasser sammeln.
Inzwischen entsteht in der Pflanzenkläranlage täglich etwa ein Kubikmeter sauberes Wasser, das abgekocht sogar als Trinkwasser verwendbar wäre. Direkt daneben wurde ein Waschplatz für Autos und Mopeds gebaut, wo das geklärte Wasser verwendet wird – denn mag das kostbare Nass auch noch so knapp sein: Autos werden in Burkina Faso immer gewaschen.
Die Pilotanlage ist aufwändiger konstruiert, als es ihre Nachfolger sein sollen: „Man kann ja deutsche Verhältnisse nicht eins zu eins auf Afrika übertragen“, sagt Dr. Volker Till, der vom WBH mit der Projektorganisation beauftragt worden ist. So wurde in den vier mit Rohrkolben bepflanzen Becken zunächst sowohl eine horizontale als auch eine vertikale Wasserzuführung getestet.
Verwendet wurden ausschließlich Materialien, die vor Ort zu bekommen sind – so ist sichergestellt, dass auch andere interessierte Kommunen die Anlage problemlos nachbauen können. Dabei sollen die Burkinabe künftig stärker eingebunden sein als bisher und beispielsweise als ausgebildete Klärwärter solche Vorhaben begleiten. Dr. Volker Till: „Eine Vision wäre, dass in zwei, drei Jahren der deutsche Staat – etwa über die KfW – Mittel bereitstellt, um kleinen Dörfern, die eine Kläranlage haben wollen, Kredite zu gewähren. Das Knowhow dafür käme dann komplett aus Burkina Faso“: Was bislang ein kleines, regional begrenztes Projekt war, könnte eine Keimzelle sein.
ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH (EG) ist eine auch vom Land NRW eingesetzte, beratende und Fördermittel verwaltenden Servicegesellschaft für Entwicklungsinitiativen.
Sie verfügt über aktuelle Informationen zu  bestehenden Förderkulissen und unterstützt inte-ressierte Organisationen bei der Beantragung benötigter Finanzierungsmittel.
Eine achtköpfige Delegation aus Burkina Faso, darunter Mitglieder der Müllsammlerinnen-Organisation YILEMDE, der staatlichen Wassergesellschaft ONEA, der Kommune Ouidtenga und der nationalen Handwerkervereinigung – haben sich angesehen, wie man in Deutschland mit dem Thema Wasser umgeht. So gab es Besuche unter anderem beim Ruhrverband, dem Bioenergie-Park Saerbeck im Münsterland, dem Gelsenkirchener Institut für unterirdische Infrastruktur (IKT), der CC-Reststoff-Deponie in Hagen-Kabel, der Staumauer der Ennepe-Talsperre und der Großschmiede von Schaewen in Wetter. Aber auch eine Besichtigung der Brauerei Vormann, Kartfahren auf dem Motodrom in der Selbecke, eine Stadtrundfahrt, eine Besichtigung des Hohenlimburger Schlosses und der Kanu-Slalomstrecke standen auf dem dicht gepackten Besuchsprogramm. 

„Ich weiß, dass wir als Kommune nicht die Welt retten können“, sagte Oberbürgermeister Erik O. Schulz bei der offiziellen Begrüßung der Gäste zu Beginn der Besuchswoche. „Aber es hat auch keinen Sinn nur zu reden. Es ist eine sehr gute Form unmittelbarer internationaler Zusammenarbeit, wenn man direkt da anfangen kann, wo die Menschen leben. Und unterm Strich steht nicht nur der Projekterfolg vor Ort: Auch unsere WBH-Mitarbeiter bekommen einen ganz anderen Blick.“  WBH-Vorstand Joachim Bihs: „Auch wenn es viel Arbeit bedeutet – ich bin überglücklich, dass die Partner aus Burkina Faso uns besuchen und wir auf gleicher Augenhöhe einen sehr kreativen Erfahrungsaustausch vornehmen können. Und ich habe den Eindruck, dass viele Anregungen aus Deutschland mitgenommen werden.“
Die Besuchergruppe ist mittlerweile wieder nach Burkina Faso zurückgekehrt, auch wenn die Rückreise durch politische Entwicklungen im Heimatland verzögert wurde.

Info:
- Burkina Faso (früher Obervolta) wächst sehr schnell. Es gibt 18 Millionen Einwohner auf knapp 270.000 Quadratkilometern, davon drei Millionen in den Städten, allein eine Million in der Hauptstadt Ouagadougo. In dem heißen Land mit tropischem Klima und Savannenlandschaften wird das Wasser aus Brunnen gewonnen und nach Gebrauch weggeschüttet.

- Insgesamt schlägt das Projekt „Know-how in Wasser- und Abwasserwirtschaft für Handwerker in Burkina Faso, Westafrika“ mit rund 200 000 Euro zu Buche. Die Pro-jektmittel kommen über die Organisation „Engagement Global“, die deutsche Entwicklungshilfemittel verwaltet, überwiegend vom Land NRW.  Der Rest stammt aus dem Kleinprojekte-Fonds der Deutschen Botschaft. Grundsätzlich soll der Projektträger (hier: WBH) 20% der geplanten Projektmittel selbst aufbringen. In Abstimmung mit EG ist es dem WBH aber möglich, den Eigenmittelanteil grundsätzlich in Form von Personalkostenanteilen der im Projekt eingesetzten Mitarbeiter darstellen zu können. Außerdem können weitere Finanzierungsbeiträge „Dritter“, zu denen auch Mittel der Deutschen Botschaft ´ in Burkina Faso für den Projektpartner-Verein Yilemde´ gerechnet werden, auf  diesen Eigenmittelanteil angerechnet werden. Im Ergebnis ist es auf diese Weise im ersten Halbjahr 2015 sogar möglich gewesen, den realisierten ersten Projekt-Teil „A“ für den WBH nahezu ergebnisneutral zu gestalten.

- Über die Pilot-Anlage ist ein Film entstanden, den man sich unter folgendem Link ansehen kann: https://youtu.be/KdEdI1lR8Cg

 

 

Der wahre Wert des Hagener Waldes

So naturnah und artenreich wie möglich ins kommende Jahrhundert 

Beim Entasten fliegen die Späne.

Hagen. Auf 41 Prozent des 16 000 Hektar großen Stadtgebietes wächst Wald, das sind rund 300 Quadratmeter für jeden Einwohner. Damit gilt Hagen als die waldreichste Großstadt im Ruhrgebiet. 1700 Hektar Forst gehören der Stadt selbst. „Der Erhalt und die Pflege dieses wirtschaftlich genutzten Erholungswaldes bedeutet für uns eine große Verantwortung“, weiß Förster Michael Knaup. Während der Förster seinen schweren Geländewagen sicher über die Waldwege in Richtung Hinnenwiese lenkt, kommen uns an diesem herrlichen Spätsommermorgen immer wieder Spaziergänger entgegen.

Modernste Technik macht es möglich

Markus Falkenroth, Fachleiter Verkehrstechnik, mit einer alten Ampel,
die mit einer LED-Einheit aufgerüstet werden kann
 

Signalanlagen sind sicher und sparen

Grün, Gelb, Rot – 212 Ampelanlagen im Stadtgebiet sorgen dafür, dass auf Kreuzungen und Einmündungen der Straßenverkehr geregelt wird und dass Fußgänger sicher die Straßen queren können. Für Autofahrer und Fußgänger eine tägliche Selbstverständlichkeit. Doch diese Sicherheit hatte für die Stadt bislang einen hohen Preis: Denn die Schaltanlagen, die in den Kästen neben den eigentlichen Ampeln für Grün- und Rotphasen sorgen, müssen alle regelmäßig auf ihre Funktion hin aufwändig überprüft werden.