Entwässerung Grundstücksentwässerung Planungsgrundlagen

Gewerbliches / Industrielles Abwasser


Industrielles Abwasser ist in der Regel viel stärker verschmutzt als häusliches. Daher erfolgt meistens eine geeignete Art der Vorreinigung. In der Regel ist für den Betrieb der Behandlungsanlage eine Genehmigung zur Indirekteinleitung von der Unteren Wasserbehörde erforderlich. Ansprechpartner ist Herr Prytula unter der Rufnummer 207-3380. Zudem sind generell die Grenzwerte, die in der Entwässerungsatzung des Kommunalunternehmens festgelegt sind, einzuhalten.

Die Grenzwerte dienen dem Schutz der Gewässer, des öffentlichen Kanals, der Mitarbeiter, die im / am Kanal tätig sind und der Kläranlage. Je nach chemischer Zusammensetzung des Abwassers kann das Rohrmaterial schaden nehmen (z.B. durch Korrosion) oder die für die Reinigung des Abwassers vorgesehenen Bakterien auf der Kläranlage können Schaden nehmen.

Bei der Einleitung von Abwasser in die öffentliche Abwasseranlage dürfen nachfolgende Grenzwerte nicht überschritten werden, sofern nicht im Ausnahmefall aufgrund besonderer Verhältnisse andere Festlegungen von dem Kommunalunternehmen getroffen werden.

 

Grenzwerte gemäß § 7 Abs. 3 der Entwässerungssatzung

Die nachfolgenden Einleitungswerte müssen am Übergabeschacht oder einer im Einzelfall festzulegenden Stelle vor der Einleitung in die öffentliche Abwasseranlage eingehalten werden. Verdünnungsmaßnahmen zur Konzentrationsminderung sind unzulässig.

1. Allgemeine Parameter

1.1 Temperatur 35*C

1.2 pHWert 6,5 10

1.3 Absetzbare Stoffe nach 0,5 h Absetzzeit 10,0 mg/l

Zur Kontrolle anderer Parameter können auch niedrigere Werte festgelegt werden, wie z. B. für toxische Metallhydroxide

2. Organische Stoffe und Stoffkenngrößen
2.1 Schwerflüchtige lipophile Stoffe gesamt (u. a. verseifbare Öle und Fette) 300 mg/l
2.2 Kohlenwasserstoffindex gesamt 100 mg/l Kohlenwasserstoffe 20 mg/l
2.3 Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX) 1,0 mg/l
2.4 Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW)
2.5 Phenolindex, wasserdampfflüchtig 100 mg/l
2.6 Org. halogenfreie Lösungsmittel (als TOC) 10 g/l

3. Metalle und Metalloide
3.1 Antimon (Sb) 0,5 mg/l
3.2 Aluminium (Al) 10,0 mg/l
3.3 Arsen (As) 0,5 mg/l
3.4 Blei (Pb) 1,0 mg/l
3.5 Cadmium (Cd) 0,5 mg/l
3.6 Chrom VI (CrO3) 0,2 mg/l
3.7 Chrom (Cr) 1,0 mg/l
3.8 Cobalt (Co) 2,0 mg/l
3.9 Eisen (Fe) 10,0 mg/l
3.10 Kupfer (Cu) 1,0 mg/l
3.11 Nickel (Ni) 1,0 mg/l
3.12 Quecksilber (Hg) 0,1 mg/l
3.13 Selen (Se) 1,0 mg/l
3.14 Silber (Ag) 0,1 mg/l
3.15 Zinn ( Sn) 2,0 mg/l
3.16 Zink (Zn) 2,0 mg/l

4. Weitere Organische Stoffe
4.1 Stickstoff aus Ammonium und Ammoniak (NH4N+3NHN) 200 mg/l
4.2 Stickstoff aus Nitrit (NO2
N) 10 mg/l
4.3 Cyanid (leicht freisetzbar) (CN l. fr.) 1,0 mg/l
4.5 Fluorid (F) 50 mg/l
4.6 Phosphor, gesamt (P ges.) 50,0 mg/l
4.7 Sulfat (SO4/2
) 600 mg/l
4.8 Sulfid, leicht freisetzbar (S2
l. fr.) 2,0 mg/l

 

Die Analyseverfahren sind der Abwasserverordnung, sowie dem derzeit gültigem Merkblatt M 1152 zu entnehmen.

Die genannten Grenzwerte gelten nur für die Einleitungen, für die keine Anforderungen nach dem Stand der Technik in den Anhängen zur Abwasserverordnung (AbwV) in der Fassung vom 10.03.2017 (BGBl. I S. 420) enthalten sind. In allen anderen Fällen gelten die Anforderungen nach dem Stand der Technik gem. den Anhängen der AbwV, soweit sie in den jeweiligen Indirekteinleitergenehmigungen berücksichtigt sind.

Des Weiteren gilt das Merkblatt M 1152 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall e.V. (DWA) in der Fassung vom Februar 2013. Das Merkblatt kann bei der DWA, TheodorHeussAllee 17, 53773 Hennef, Tel. 02242/872333, Fax 02242/872135, bestellt werden.