Entwässerung Grundstücksentwässerung

Drainage- und Fremdwasser

Was ist Drainagewasser?

Drainagewasser ist Grundwasser, welches in Höhe der Fundamente eines zu entwässernden Baukörpers durch im Boden verlegte durchlässige Rohre aufgefangen und abgeleitet wird.

Darf Drainagewasser in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden?

Gemäß § 7 Abs. 2, Pkt. 10 der Entwässerungssatzung darf Drainagewasser der öffentlichen Misch- und Schmutzwasserkanalisation nicht zugeführt werden. Der WBH ist nicht verpflichtet die Ableitung von Grundwasser über die öffentliche Kanalisation zuzulassen, da es sich bei Grundwasser vor dem Eintritt in die Grundstücksentwässerungsanlage nicht um Abwasser handelt. Dieses aus ökologischen wie auch ökonomischen Gründen festgelegte Verbot bewirkt einerseits eine Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse, andererseits wird hierdurch eine zusätzliche Belastung der Kanalisation und der Abwasserbehandlungsanlage (wie z. B. Kläranlage) durch nicht klärpflichtiges Wasser vermieden. Auf Antrag kann aber evtl. eine Einleitung in den öffentlichen Regenwasserkanal zugelassen werden.

Wie kann ich mein Gebäude schützen?

Für Sie ergibt sich daraus die Aufgabe und die Verpflichtung alle planerischen und bautechnischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um von Ihnen erwartete negative Auswirkungen des Grundwassers auf die Bausubstanz zu verhindern.

Als Lösungsmöglichkeiten seien hier beispielhaft der Einbau von Lehmkeilen oder die Ausführung einer „weißen Wanne“, das Einbringen des Drainagewassers in Sickerschächte, Teiche, Rigolen oder in der Nähe befindliche Gewässer (in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde) genannt.


Was ist Fremdwasser?

Fremdwasser ist in der Regel sauberes Grundwasser, welches durch defekte Kanäle und Schächte in die Kanalisation gelangt und sich dort mit dem Schmutzwasser vermischt. Im Trennsystem bewirken Fehlanschlüsse von Regenwasser an den Schmutzwasserkanal ebenfalls Fremdwasser.


Warum sind Fremd- und Drainagewasser im Abwasserkanal problematisch?

Zum einen führt Fremdwasser bei anhaltendem Regenwasser und Starkregenereignissen zu hydraulischen Überlastungen des Kanalnetzes und der Kläranlage, was zu einem unnötigen Eintrag von ungeklärtem Abwasser in das Gewässer führt. Zum anderen können die Mikroorganismen der Kläranlage Abwasser, welches zu stark verdünnt und zu kalt ist, nicht in dem erforderlichen Maße reinigen. Dies hat zur Folge, dass der sogenannte Schmutzstoffeintrag in das Gewässer auch nach der Reinigung des Abwassers zu hoch ist. Das Ökosystem „Gewässer“ leidet unter diesem Zustand erheblich. Außerdem entsteht so ein erhöhter Reinigungsaufwand, dessen Kosten vom Ruhrverband auf die Stadt umgelegt wird. Diese Kosten fließen in die Entwässerungsgebühr ein und müssen somit von allen Bürgern mitgetragen werden.

Wie geht der WBH mit der Grundwasserproblematik um?

Der WBH saniert laufend die schadhaften öffentlichen Kanäle im Rahmen eines Sanierungsplans. Zudem werden über Abflussmessungen Gebiete ermittelt, wo verstärkt Fremdwasserzuflüsse vermutet werden. Werden dabei Hausanschlüsse festgestellt, die einen konstanten klaren Zufluss aufweisen, werden die Grundstückseigentümer zur Vorlage der Bescheinigung über das Ergebnis der  Zustands- und Funktionsprüfung gemäß § 59 LWG und ggf. zur Sanierung aufgefordert.