Entwässerung GIS und Kanalzustand

Kanalbestand


Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, in Tiefen von 1,0-19 m und  mit Nennweiten von 150 mm bis 2,60 m liegt das mittlerweile auf rd. 675 km angewachsene öffentliche Hagener Kanalnetz, dass in der Kanalfachschale des Geografischen Informationssystems neben technischen Bestandsdaten verwaltet und gepflegt wird. Einen Überblick über die Struktur des Hagener Kanalnetzes geben die folgenden Grafiken.

 

Mit einem Anteil von 60% herrscht das Mischsystem in Hagen vor.
Der überwiegende Teil der Kanalisation entstand ab 1950, wobei alleine in der Zeit von 1950- 1969 34% des Netzes gebaut wurden. Die Hälfte der Kanäle ist neuer als 1970 wobei rd. 25% ab 1990 hergestellt wurden.
Mit 60%  ist Steinzeug der vorwiegend verbaute Werkstoff. In den Jahren ab 2005 werden zunehmend verschiedene Kunststoffrohre für den Kanalbau eingesetzt.

Der Dokumentation des Netzes kommt seit Beginn des Kanalbaus Ende des 19. Jahrhunderts eine große Bedeutung zu. So dient dieses Planwerk nicht nur als Grundlage für die Information von z. B. Bürgern bei Fragen der Entwässerung, der fachübergreifende Zusammenarbeit mit Behörden und Versorgungsträgern sondern auch als Basis für die Kanalplanung und Kanalunterhaltung. Bis zur Einführung der digitalen Speicherung  wurde das Netz mit seinen Schächten, Sonderbauwerken und Haltungen neben seiner örtlichen Lage mit Angaben zu Höhen, Längen, Dimension und Gefälle in analoge Kartenwerke eingetragen.

 


Revisionszeichnung aus dem Jahr 1912
Wie dieser Ausschnitt eines im Anschluss an eine Kanalbaumaßnahme erstellten Revisionsplans aus dem Jahr 1912 zeigt, wurden detaillierte Zeichnungen erstellt, auf denen neben der Lage weitere technische Daten dargestellt sind. Um die Schächte ins richtige Verhältnis zur Umgebung zu setzten, wurden diese auf z.B. Gebäudeecken eingemessen. Die Revisionszeichnungen für jede Baumaßnahme wurden einzeln gezeichnet und archiviert. Dies hatte eine Vielzahl von Einzelplänen zur Folge.

Ausschnitt eines Bestandsplans aus dem Jahr 1997
Für die weitere Nutzung der Informationen war ein übersichtlicheres Planwerk erforderlich. Die Inhalte der Revisionszeichnungen wurden in Übersichtspläne mit einer Kantenlänge von 500 x 250m im Maßstab 1:500 als „Kanalbestandspläne“ zusammengefasst. Die Bestandspläne wurden i. d. R. mit Tusche auf ein transparentes Kartenmaterial gezeichnet. Von diesem „Original“ konnten dann Vervielfältigungen und Planauszüge angefertigt werden. Jede Änderung an den Daten  musste manuell auf dem Original entfernt und anschließend neu gezeichnet bzw. geschrieben werden.

Ausschnitt eines Übersichtsplans aus  dem Jahr 1976
Zur Darstellung des gesamten Kanalnetzes übertrug man die wichtigsten Elemente, Entwässerungssystem und Nennweite in einen Stadtplan im Maßstab 1:10.000.

Auszug aus dem GIS aus dem Jahr2012
Mit der Einführung des digitalen Kanalinformationssystems ab 2002 änderten sich die Möglichkeiten der Kanalbestandsverwaltung erheblich.Die analogen Bestandspläne wurden gescannt und geo-referenziert, d. h. in das Gauß-Krügersystem des GIS eingepasst. Anschließend erfolgte die  Digitalisierung der Lage von Schächten, Bauwerken und Kanaltrasse, sowie die Erfassung der Sachinformationen in der Kanaldatenbank. Die blattschnittabhänge Verwaltung in den Bestandsplänen wurde durch eine blattschnitt-unabhängige Darstellung abgelöst. So kann eine aktuelle Auskunft maßstabsunabhängig ausgegeben werden. Je nach Anforderung lassen sich Inhalte ein- und ausblenden.

Aufgrund der Stadtentwicklung Hagens (z.B. Eingemeindungen), unterscheiden sich auch die in den Stadteilen vorhandenen Informationen zum Kanalnetz. Da  in der Vergangenheit nicht immer die Informationen über die Lage von Hausanschlüssen in Bestandsplänen erfasst wurden, ist eine flächendeckende Darstellung bisher leider nicht möglich.

Heute werden im Zuge von Baumaßnahmen alle relevanten Daten auf  die Koordinaten des Gauß-Krügersystems eingemessen und in die Kanaldatenbank eingepflegt.