Entwässerung Entwässungsplanung

Einleitungen in Gewässer


Das Hagener Kanalnetz besteht aus zwei unterschiedlichen Entwässerungssystemen:

Trennsystem:

Die Stadtteile Haspe und Priorei, sowie Teile von Eilpe, dem Wesselbachtal, Bathey und Boele entwässern im Trennsystem. Gemäß dem Wasserhaushalts- und dem Landeswassergesetz werden neue Baugebiete, soweit wirtschaftlich sinnvoll, im Trennsystem erschlossen.
Dort wird das Schmutzwasser aus Haushalten und Gewerbe in einem Schmutzwasserkanal, das Regenwasser in einem zumeist parallel liegenden Regenwasserkanal, abgeleitet. Das Schmutzwasser wird in einer  Kläranlage gereinigt, bevor es wieder in ein Gewässer eingeleitet wird. Das Regenwasser wird in das nächste Oberflächengewässer eingeleitet.

Mischsystem:

Die restlichen Gebiete in Hagen haben für Regen- und Schmutzwasser einen gemeinsamen Kanal. Da bei Niederschlag der Regenwasseranteil durchaus 100mal so hoch sein kann wie der des  Schmutzwassers, darf unter Berücksichtigung genau berechneter Faktoren dieses verdünnte Abwasser teilweise in Oberflächengewässer eingeleitet werden.

Für jede der rd. 190 Einleitungsstellen ist eine wasserrechtliche  Einleitungserlaubnis gem. § 8 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) notwendig. Alle erforderlichen Einleitungsanträge für die Einleitungen aus dem Kanalnetz des Wirtschaftsbetriebs Hagen werden von der Planungsabteilung erarbeitet und bei der in Abhängigkeit vom Entwässerungssystem zuständigen Wasserbehörde eingereicht.
Eine Einleitungserlaubnis gilt für die Dauer von ca. 20 Jahren. Nach Ablauf der Erlaubnis müssen Anträge zur Verlängerung der Einleitung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde gestellt werden. Die Einleitungsstellen müssen zum Zeitpunkt der Antragsstellung dem Stand der Technik und den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Hierbei sind zum Einen die verschiedenen wasserrechtlichen Regelungen der EU, des Bundes und des Landes NRW zu berücksichtigen, ggf. auch noch Gesetze und Regelungen aus anderen Fachbereichen wie z.B. Natur, Forst und Landschaft.


Der Vorteil des Mischwassersystems liegt darin, dass im entwässerten Gebiet nur ein Kanalsystem gebaut und betrieben werden muss. Dies gilt ebenso für die Hausanschlüsse, die weniger aufwendig zu erstellen sind und bei denen außerdem die Gefahr eines Fehlanschlusses (Einleitung von Schmutzwasser in Regenwasserkanäle bzw. umgekehrt) reduziert wird.

Von Nachteil ist, dass die Kapazität der Kläranlage sehr viel größer ausgelegt werden muss, um auch das verschmutzte Regenwasser reinigen zu können. Durch Errichtung von Bauwerken zur Mischwasserentlastung (s. o.) wird dieses Problem auf ein berechenbares Maß eingeschränkt.

Die Entscheidung für ein bestimmtes System wird immer ortsbezogen (in Abhängigkeit von Topographie, Belastbarkeit der Gewässer etc.) getroffen, ist dann aber bedingt durch die langen Abschreibungszeiten eines Kanals auf Jahrzehnte hinaus festgelegt. Änderungen im System reichen dann in der Regel bis in die private Grundstücksentwässerung und sind sowohl im öffentlichen Entwässerungsnetz als auch im privaten Entwässerungsnetz entsprechend aufwändig, sowohl baulich als auch von der Kostenseite her.
Neben dem Wasserrecht sind regelmäßig noch die weiteren in der folgenden Grafik dargestellten Rechtsbereich zu berücksichtigen: