Entwässerung Entwässungsplanung

    Entwässerungsplanung


    Als Laie kann man sich kaum ein Bild davon machen, was ein Entwässerungsplaner eigentlich macht, um ein Kanalnetz so zu planen bzw. anzupassen, dass es den gesetzlichen Anforderungen genügt.

    Als wesentliche Einflussfaktoren für die Planung einer Kanalisation sind neben häuslichem und gewerblichem Schmutzwassermengen vor allem der Niederschlagswasserabfluss und damit das Wetter, sowie der bauliche Kanalzustand und  die Topografie zu nennen. Aus diesen Zutaten erstellt ein Entwässerungsplaner einen Entwässerungsentwurf.

    Die Entwässerungsplanung hat aber auch ihre Grenzen, die sich aus der Kapazität des Kanalnetzes ergeben. Kein Entwässerungsbetrieb ist verpflichtet, jegliches Niederschlagsereignis im Kanalnetz abzuführen. Dies ist weder technisch noch finanziell zu leisten. In der Fachwelt setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass sich die Zuständigkeiten bei der Ableitung von starken Niederschlagsereignissen in Abhängigkeit von der Intensität des Ereignisses sukzessive auf immer mehr Schultern verteilen:


    Elemente des Überflutungsschutzes kommunaler Entwässerungssysteme in unterschiedlichen Belastungsbereichen (aus: Arbeitsbericht der AG ES-2.5)

    Der Entwässerungsbetrieb ist selbstverständlich für die „Grundentsorgung zuständig“ und bleibt auch bei stärkeren Ereignissen immer involviert. Steigt die Intensität über die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes hinaus, müssen aber weitere Disziplinen wie Stadt- und Straßenplanung ihr Fachwissen und ihre Zuständigkeiten einbringen, um einen bestmöglichen Überflutungsschutz für den Bürger zu leisten. So erhöhen Straßen mit Hochborden die Aufnahmekapazität und bei entsprechendem Gefälle auch die Abflussleistung.

    Aber auch dieses Polster ist irgendwann erschöpft und der Objektschutz sprich die Eigenverantwortung der Grundstückseigentümer kommt zum Tragen. Selbstverständlich sollten die Planungen zum Objektschutz nicht erst nach einem Schadensereignis sondern bereits mit dem Planungsbeginn zu einem Projekt beginnen. Einen Grundschutz haben Objekte bei Berücksichtigung der Rückstauebene und entsprechender Gestaltung der Öffnungen in das Gebäude. Die Auswirkung eines Rückstauschutzes geht aus den beiden folgenden Animationen hervor:

    Gebäude mit Rückstauschutz:

     

    Gebäude ohne Rückstauschutz: