Entwässerung

WBH gibt Tipps zum Schutz bei Starkregen in Hagen

Starkregenberaterin beim WBH informiert Hagener Bürgerinnen und Bürger zum Objektschutz

 

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) nimmt das Thema Starkregen ernst. Jeder hat davon Bilder im Kopf: Wenn es sehr viel und intensiv regnet, fließt das Wasser einfach überall hin.

Das lässt sich nicht ändern. Sturzfluten durch Extremniederschläge können auch im Hagener Stadtgebiet entstehen. Bislang waren es glücklicherweise immer andere Städte, die betroffen waren. So erinnert sich so mancher an die Bilder aus Berlin, Dortmund, Wuppertal oder zuletzt aus dem nahen Sauerland.

Damit die Hagener möglichst umfassend informiert sind, berät der WBH immer wieder zu den meist in den Sommer- oder warmen Frühjahrsmonaten auftretenden Wärmegewittern und den damit verbundenen Risiken für Grundstücke, Häuser und schließlich auch für Menschen.

Bereits 2015 wurde dazu die Hagener Fließwegekarte vorgestellt. Dort kann jeder Grundstückseigentümer sehen, ob und wie stark sein Grundstück bei Starkregen eventuell von abfließendem Niederschlagswasser betroffen sein könnte. Diese Karte stellt jedoch den „worst case“ dar. Soll heißen: der "Regenhahn" wird aufgedreht und das Wasser fließt dem Gefälle folgend zum nächsten Tiefpunkt.

Ein Szenario, das bei überlasteten Kanälen allerdings durchaus vorstellbar ist.

Tatsächlich aber plant der WBH seine Kanalisation auf der Grundlage technischer Regelwerke, in denen Regenintensitäten für die Bemessung der Kanäle vorgegeben sind, die weit unter dem Szenario der Fließwegekarte liegen.

Im Rahmen der ständigen Aktualisierung der Entwässerungsentwürfe ist es aber häufig aus technischen und finanziellen Gründen nicht sinnvoll, Kanäle so auszubauen, dass sie einen Starkregen einfach im Untergrund verschwinden lassen, erklärt der WBH. Dort, wo die Wassermassen nicht vom Kanal aufgenommen werden können, kann dieses sehr wohl auch über Straßen und Notwasserwege in Grünbereiche oder Freiflächen gelenkt werden. Denn grundsätzlich darf bei Starkregen unter Berücksichtigung der technischen Vorgaben auch Wasser aus der Kanalisation austreten, solange es nicht zu einem Schaden führt.

Daraus folgt, dass es im Einzelfall auch zielführender sein kann, einzelne Grundstücke durch sinnvolle Objektschutzmaßnahmen zu sichern, als für ein Vielfaches an Geld die öffentliche Kanalisation zu erneuern.

Die dafür erforderlichen Berechnungen sind technisch anspruchsvoll, so dass die Ingenieure beim WBH das gesamte Stadtgebiet nur schrittweise begutachten können. Mit den Entwässerungsentwürfen werden u.a. Grundstücke ermittelt, die auch bei einem sanierten Kanalnetz überflutet werden können. Stellt dort ein Objektschutz gegenüber der Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Kanals die bessere Wahl dar, geht der WBH nach und nach auf die betroffenen Grundstückseigentümer zu. Erste Grundstücke wurden bereits durch Flutschotte geschützt.

Aber auch diejenigen Eigentümer, deren Grundstücke nach den technischen Vorgaben vielleicht nicht betroffen sind, sollten sich Gewissheit verschaffen, ob ihr Grundstück grundsätzlich vor Starkregen sicher ist. Dies, weil jederzeit ein stärkerer Regen auftreten kann, als der, für den die Kanalisation ausgelegt ist. Das Umweltamt der Stadt Hagen hat im Rahmen eines Forschungsvorhabens das Abflussverhalten bei Niederschlägen untersucht, die weit über die Bemessungsvorgaben der öffentlichen Kanalisation hinausgehen.

Der WBH möchte nun die Hagener Bürgerinnen und Bürger mit seinem Know-how und einer eigens zertifizierten Starkregenberaterin unterstützen. Stefanie Mielke gibt Informationen und Tipps zu allen Themen rund um den Überflutungsschutz. Sie ist zu erreichen unter 02331/ 3677- 149, bzw. per E-Mail über smielke@wbh-hagen.de.

Erste Informationen in Form zweier Flyer sowie die Fließwegekarte finden Interessierte auf der Internetseite des WBHs unter  www.wbh-hagen.de/entwaesserung/grundstuecksentwaesserung/downloads.html.

Auch wenn es dem Grundstückseigentümer letztlich egal sein dürfte, woher er nasse Füße bekommt- Wasser kommt nicht nur von oben, sondern in Form von Gewässern auch von unten. Die zerstörerischen Folgen und Objektschutzmaßnahmen können gleich sein, die Zuständigkeiten sind aber unterschiedlich verteilt. Bei allen Fragen zu Gewässern ist die Untere Wasserbehörde der Stadt Hagen zuständig. Als Ansprechpartnerin für die Beratung zum Schutz vor Hochwasser aus Gewässern steht Heike Thurn von der Unteren Wasserbehörde unter 02331/ 207-2933 bzw. per E-Mail über heike.thurn@stadt-hagen.de  Rede und Antwort.

 

Abschließend hat der WBH noch folgende Bitte an die Hagener: Bitte senden Sie uns aussagekräftige Fotos von oberirdischen Abflüssen bei Starkregenereignissen unter Angabe von Datum und Örtlichkeit zu (wbh@wbh-hagen.de) , dies nicht nur von zukünftigen, sondern auch von vergangenen Ereignissen. Damit kann der WBH seine Berechnungen überprüfen und realitätsnäher anpassen.

 

 

Überflutungsschutz in neuen Baugebieten

Nicht zuletzt auf Grundlage des Weinberg-Urteils beurteilt der WBH bei neuen Baugebieten die Überflutungssicherheit. Eine Überflutungsgefahr besteht, wenn Niederschlagswasser aus Außengebieten (z.B. oberhalb liegenden Hängen) in das Baugebiet fließt oder aber Wasser aus der Kanalisation austritt bzw. gar nicht in sie hineingelangen kann. Diese Problematik wurde in früheren Bebauungsplänen nicht berücksichtigt. Das o.g. Urteil und das sich im Zuge des Klimawandels ändernde Niederschlagsgeschehen lassen aber nicht mehr zu, dass ein daraus resultierendes Gefahrenpotenzial ausgeklammert wird.
Die Fachwelt ist sich aber auch darüber im Klaren, dass die Ableitung stärkerer Wassermassen nicht mehr alleine durch die Kanalisation erfolgen kann, weil der technische Aufwand und die damit verbundenen Kosten unverhältnismäßig hoch sind. In dem beigefügten Artikel werden u.a. Anlaufprobleme, die sich aus dieser neuen Sichtweise ergeben, beschrieben.
Der WBH bittet alle zukünftigen Bauherren, die Überflutungsgefahr bei der Planung ihrer Gebäude zu berücksichtigen, damit die Freude an dem neuen Haus nicht durch Überflutungen beeinträchtigt wird. Bei Fragen stehen Ihnen die zuständigen Mitarbeiter des WBHs gerne zur Verfügung.

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Abwasserbeseitigungskonzept der Stadt Hagen für die Jahre 2013 – 2018

Die Kommunen sind nach Landeswassergesetz verpflichtet, im Abstand von sechs Jahren ihrer Aufsichtsbehörde gegenüber Rechenschaft über den Stand der öffentlichen Abwasserbeseitigung, die zeitliche Abfolge sowie die geschätzten Kosten in einem sogenannten „Abwasserbeseitigungskonzept“ abzulegen. Die öffentliche Abwasserbeseitigungspflicht nimmt in der Stadt Hagen satzungsgemäß das Kommunalunternehmen WBH(AöR) wahr. Das vorliegende ABK wurde in der Ratssitzung am ............... beschlossen. Die Zustimmung der Bezirksregierung erfolgte am 26.04.2012.
Bei Interesse an dem lesens- und sehenswerten ABK klicken Sie bitte hier:

Download ABK und NBK 2013-2018

Die Entwässerung stellt sich den verschärften Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie


Ein neues System zur Niederschlagswasserbehandlung im dezentralen Einsatz konnte im Verlauf eines Forschungsvorhabens zur Serienreife weiterentwickelt werden (gefördert durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW).
Der Abschlussbericht zeigt die Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten auf.

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