Bau Kanal- und Gewässerbau

Gewässerbau

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen WBH führt im Auftrag der Stadt Hagen Maßnahmen im Wasserbau durch. Während als Wasserbau alle Maßnahmen, technische Eingriffe und Bauten im Bereich des Grundwassers, der Oberflächengewässer und der Meeresküsten bezeichnet werden, erstreckt sich der seitens des Wirtschaftbetriebes Hagen durchgeführte Wasserbau  primär auf die Oberflächengewässer. Ebenfalls führt der WBH durch den Fachbereich Grün, die Gewässerunterhaltung im Auftrag der Stadt Hagen durch. Hierbei handelt es sich um Aufgaben der schadlosen Sicherung des Hochwasserabflusses, der Verbesserung des ökologischen Gewässerzustandes, wozu in der Regel auch die Reinigung der Gewässer gehört. 

Noch bis Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts stand hierbei der Ausbau der Gewässer mit der Prämisse im Vordergrund, Hochwasser möglichst schnell in den Gewässern abzuführen. Dies hatte zur Folge, dass sich heute die meisten ausgebauten Gewässer durch einen gradlinigen Verlauf mit Trapezprofil auszeichnen. Da zudem viele Gewässer durch Abwässereinleitungen belastet waren, wurden diese aus hygienischen Gründen verrohrt. Aber auch zur besseren Grundstücksnutzung erfolgten solche Gewässerverrohrungen.

Nachdem in den letzten Jahrzehnten erhebliche Investitionen in den Bau von Schmutzwasserkanälen und Kläranlagen getätigt wurden, ist die Wasserqualität der Gewässer deutlich angestiegen. Zudem ist klar geworden, dass ein Hochwasserschutz, der nur auf die schnelle Beseitigung von Wasser ausgelegt ist, nicht funktioniert sondern die Hochwassersituation eher noch dadurch verschärft, dass höhere Wasserstände schneller eintreten können. 

Vor diesem Hintergrund hat ein Umdenken in der Wasserwirtschaft stattgefunden.

Neben dem Hochwasserschutz durch Rückhaltung von Wasser steht die Verbesserung bzw. die Sicherung der ökologischen Gewässerqualität im Vordergrund. So werden Gewässer nun renaturiert, indem Verrohrungen wieder offengelegt werden, bzw. monotone und gleichförmig ausgebaute Gewässerabschnitte so umgebaut werden, dass sie dem jeweiligen natürlichen Gewässertyp entsprechen. Weiterhin ist es das Ziel, durch die Reaktivierung ehemaliger Überschwemmungsbereiche (Auen) Hochwasserspitzen abzuschwächen. Aber auch der Um- bzw. Rückbau von Wehranlagen ist eine wichtige Aufgabe beim Gewässerausbau. Da Wehranlagen in der Regel die freie Durchwanderbarkeit der Gewässer für die aquatischen Organismen unterbinden, die freie Durchwanderbarkeit aber ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für die Gewässerökologie darstellt, werden diese Barrieren entweder entfernt oder durch die Anlage von Fischaufstiegen umgestaltet.

Wasserbaumaßnahmen, die für den Hochwasserschutz oder zur Verbesserung der ökologischen Gewässersituation durchgeführt werden, können mit bis zu 80% der Bausumme vom Land gefördert werden.

Einbau eines Kastenprofiles im Lennehochwasserdamm zur Reaktivierung von ehemaligen Überschwemmungsgebieten der Lenne

 

Neutrassierung des Wannebaches im Lennevorland

 

Elektrisches Abfischen vor Beginn einer Wasserbaumaßnahme zur Sicherung des Fischbestandes

 

Rückbau einer Wehranlage in der Volme